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Eine Schauspielerin am Schminken, als Symbolbild für Histrionische Persönlichkeitsstörug

Die histrionische Persönlichkeitsstörung beschreibt ein durchgängiges Muster übertriebener Emotionalität und eines starken Bedürfnisses, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Wer mit einem Menschen mit dieser Störung in Beziehung steht, erlebt oft eine Mischung aus Intensität, Drama und dem Gefühl, dass die eigenen Bedürfnisse ständig hinter der nächsten emotionalen Krise verschwinden.

Was ist die histrionische Persönlichkeitsstörung? 

Der Begriff hat eine ungewöhnlich lange Geschichte. Er ist eine direkte Weiterentwicklung des jahrtausendealten Konzepts der „Hysterie“, das ursprünglich aus dem griechischen Wort für Gebärmutter stammt und lange Zeit ausschließlich Frauen zugeschrieben wurde. Offiziell in die Psychiatrie aufgenommen wurde die Störung 1968 im DSM-II unter der Bezeichnung „hysterische Persönlichkeit“. Erst mit dem DSM-III im Jahr 1980 wurde daraus die „histrionische Persönlichkeitsstörung“ – benannt nach dem lateinischen „histrio“, dem Wort für Schauspieler im alten Rom, das ursprünglich Menschen bezeichnete, die in derben Possenspielen übertrieben und unecht wirkende Rollen spielten. Bis heute ist sie die einzige Diagnose im modernen Klassifikationssystem, die diesen sprachlichen Bezug zur alten Hysterie bewahrt hat.

Wie sich die histrionische Persönlichkeitsstörung in Beziehungen zeigt

In einer Partnerschaft fällt zunächst oft die Intensität auf. Menschen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung wirken lebendig, charmant und emotional zugänglich – gerade am Anfang kann sich das wie eine seltene, tiefe Verbindung anfühlen. Mit der Zeit zeigt sich aber ein Muster: Gefühle wechseln schnell und heftig, oft ohne dass die Situation objektiv so viel Dramatik rechtfertigt. Ein kleiner Streit kann sich plötzlich wie das Ende der Beziehung anfühlen, ein vergessener Rückruf wie ein persönlicher Verrat. Diese Reaktionen sind in dem Moment absolut echt erlebt, wirken für das Gegenüber aber häufig unverhältnismäßig zur eigentlichen Situation.

Ein weiteres Merkmal ist der ständige Bedarf an Aufmerksamkeit und Bestätigung. Wird diese Aufmerksamkeit nicht geliefert, kann es zu Eskalationen kommen: mal durch offene Vorwürfe, mal durch überraschend dramatische Gesten, mal durch eine plötzliche Krise, die genau dann auftaucht, wenn der Partner eigentlich mit etwas anderem beschäftigt ist. Für Außenstehende wirkt das manchmal berechnend, für die betroffene Person selbst ist es meist keine bewusste Strategie, sondern ein tief eingeübtes Muster, mit Unsicherheit und dem Gefühl, sonst nicht gesehen zu werden, umzugehen.

Hinzu kommt oft eine gewisse Oberflächlichkeit in der emotionalen Tiefe, trotz aller Intensität: Gefühle werden groß und laut gezeigt, wirken für den Partner aber manchmal seltsam wechselhaft und wenig greifbar – als würde man ständig eine neue Version derselben Person kennenlernen.

Was das mit dem Partner oder der Partnerin macht

Wer mit einem Menschen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung liiert ist, gerät oft in eine Rolle, die er oder sie sich nie bewusst ausgesucht hat: die des ständigen Beruhigers, Vermittlers oder Publikums. Viele Partner beschreiben das Gefühl, permanent auf Eierschalen zu laufen, weil jede Kleinigkeit eine neue emotionale Welle auslösen kann. Die eigenen Bedürfnisse treten dabei zunehmend in den Hintergrund, weil im Raum immer die nächste Krise steht, die Aufmerksamkeit verlangt. Auf Dauer führt das bei vielen zu emotionaler Erschöpfung und dem Gefühl, in der Beziehung ständig zu geben, ohne dass die eigene Bedürfnisse überhaupt Platz finden. Manche beginnen, an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln – war die Situation wirklich so dramatisch, wie sie gerade dargestellt wurde, oder habe ich etwas falsch verstanden? Genau diese Verunsicherung macht es oft so schwer, sich aus solchen Beziehungen zu lösen, selbst wenn der Wunsch danach längst da ist.

Viele Frauen, die genau das erlebt haben, berichten mir, dass sie im Kopf längst verstanden haben, warum die Trennung richtig war – und trotzdem den Menschen vermissen, der so viel Intensität und Aufmerksamkeit in ihr Leben gebracht hat. Wenn dir das bekannt vorkommt, ist mein kostenloser Newsletter „Vom Kopf in den Körper“ für dich gemacht: kurze, ehrliche Impulse und kleine körperorientierte Übungen für Frauen, deren Gefühle nach einer toxischen Beziehung noch durcheinander sind.

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